Sommerübung 2009

Nachdem nun wieder ein Jahr vergangen ist, stand am 20.Juni 2009 die Sommerübung der Sanitätsgruppe auf der Tagesordnung.

 

Die Mitglieder der Sanitätsgruppe wurden auf vielfältige Art und Weise auf die Probe gestellt. Natürlich konnte diese Übung nur deswegen so erfolgreich durchgeführt werden, da die Realistische Unfalldarstellungsgruppe (RUD) des DRK Haselünne erneut vollen Einsatz gebracht hat.

Die Übung stand unter dem Thema

 

 „Verknüpfung von medizinischer und technischer Rettung“.

 

Fall 1: Fettexplosion in der Schulküche.

 

Durch eine Fettexplosion hat sich eine Mitarbeiterin des Küchenpersonals zum Teil schwere Verbrennungen zugezogen. Es galt die Frau aus dem Gefahrenbereich mittels Fluchthaube und Atemschutz zu retten und außerhalb des Gefahrenbereiches der Sanigruppe zu übergeben. Diese hat die Patientin an einem Patientensammelplatz (eine genaue Anzahl der Verletzen war nicht bekannt) versorgt. Frühzeitig wurde die Kühlung der Verbrennungen mittels Kühl-Pack eingeleitet. Mit dem Sichern der Vitalparameter wurde sofort begonnen. Die psychische Betreuung der Patientin spielte bis zum Eintreffen des professionellen Rettungsdienstes eine große Rolle.

Fall 2: Unfall im Chemieunterricht

 

Durch eine Verkettung unglücklicher Umstände kam es im Chemieunterricht zu einem Unfall, bei dem sich giftige Gase und eine ätzende Chemikalie bildeten, mit der die Lehrerin und ein Schüler in Kontakt kamen. Auch hier war eine genaue Anzahl der Verletzten nicht bekannt, sodass sofort weitere Rettungskräfte alarmiert wurden. Die Frau wurde sofort mittels Atemschutz aus dem Gefahrenbereich gerettet und der Sanitätsgruppe am Verletztensammelplatz übergeben. Der unter Schock stehende Schüler wurde in einem Nebenraum aufgefunden und gerettet. Beide Patienten wurden fachgerecht versorgt um anschließend dem professionellen Rettungsdienst übergeben werden zu können.

Fall 3: Sturz vom Dach

 

Bei durchzuführenden Reparaturarbeiten fiel ein Dachdecker aus ca. drei Metern auf ein Zwischendach. Der Patient zog sich neben einem offenen Unterschenkelbruch auch ein stumpfes Thoraxtrauma zu. Eine Verletzung der Wirbelsäule konnte nicht ausgeschlossen werden. Der Patient wurde auf dem Zwischendach medizinisch versorgt und anschließend mittels Spineboard über die Drehleiter gerettet. Die Versorgung des Unterschenkels und die Immobilisation der Wirbelsäule sowie die Sicherung der Vitalparameter standen an erster Stelle.  

Fall 4: Rettung aus einer Grube

 

Bei Wartungsarbeiten in einer Grube erlitt ein Mitarbeiter der Schule einen Herzinfarkt. Neben der fachgerechten Versorgung des Patienten stand die Rettung aus der Grube an. Nach dem der Patient mit den Möglichkeiten der Sanitätsgruppe versorgt worden ist, wurde er mittels Spineboard über eine Steckleiter gerettet. Auch die Rettung mittels Seilzug über die Drehleiter wurde geprobt. Da es nicht mehr gestattet ist solche Rettungsaktionen mit Personen zu Üben, wurde für diesen Zweck eine Dummie der Tauchergruppe mit einem Gewicht von 50kg verwendet.

Fall 5: Fingeramputation

 

Bei Arbeiten in einem Keller kam es zu einem Ausfall der Deckenbeleuchtung und in Folge dessen zu einer Amputation von zwei Fingern bei einem Arbeiter. Die Sanitätsgruppe musste unter erschwerten Bedingungen die Situation richtig einschätzen, die Vitalparameter des Patienten sichern und die verlorenen Amputate finden und adäquat aservieren. Auch unter diesen widrigen Umständen konnte das junge Team der Sanitätsgruppe den Einsatz mit Erfolg abwickeln und den Patienten und die Amputate dem professionellen Rettungsdienst übergeben.

Auch in diesem Jahr war die Sanigruppe wieder mit vollem Einsatz dabei. Bis auf einige Kleinigkeiten lief bei der Sommerübung alles glatt. Alle Patienten konnten fachgerecht versorgt und dem Rettungsdienst übergeben werden.

Erstmalig war in diesem Jahr eine Delegation des DRK Ortsverbandes Haselünne (San-Zug) bei der gesamten Übung anwesend. Mit ihr wurde im Anschluss eines jeden Fallbeispiels ein kurzes Resumé gezogen und wichtige Informationen werden zukünftig in die Arbeit der Sanigruppe mit einfließen. Für die Zusammenarbeit der Sanigruppe mit dem DRK steht nichts mehr im Wege.

 

Alles in Allem war die diesjährige Übung für alle beteiligen ein voller Erfolg.

 

Ein Besonderer Dank gilt abschließend noch einmal dem Schulleiter des Kreisgymnasiums St. Ursula in Haselünne, Herr Busse, für die freundliche Bereitstellung der Räumlichkeiten, sowie dem DRK für die äußerst realistische Darstellung der Verletzungen und natürlich Manfred Schüler als Hausmeister des Gymnasiums, der maßgeblich bei der Vorbereitung und der Durchführung beteiligt war.