Sanitätsgruppe der Freiwilligen Feuerwehr Haselünne

Geschichte und Ausrüstung der Sanitätsgruppe

Im Jahr 2001 wurde die Sanitätsgruppe der Freiwilligen Feuerwehr Haselünne ins Leben gerufen.

Nachdem die Feuerwehrdienstvorschrift 8 "Tauchen" einen erweiterten Notfallkoffer vorschrieb, wurden nach und nach ein Ulmer Koffer wie auch ein Rettungsrucksack sowie zwei Automatisch Extere Defibrilatoren angeschafft.

Zusätzlich wurden bis heute auf dem ELW, der Drehleiter und dem TLF 18 W je eine erweiterte Erste-Hilfe-Tasche, die mit einem Beatmungsbeutel und einer Blutdruckmanschette mit Stethoskop ausgestattet sind, beschafft. Als besondere Ausrüstung befindet sich auf dem ELW und dem HLF 20/16 ein Verbrennungskoffer, um möglichst schnell bei Verbrennungen intervenieren zu können. Auch konnten zwei sogenannte Spineboards beschafft werden, um möglichst frühzeitig verletzte Personen zu immobilisieren.
Feuerwehrangehörige, die bereits eine rettungsdienstliche Ausbildung als z.B. Rettungssanitäter oder Rettungsassistent absolviert hatten, wurden auf die Ausrüstung eingewiesen, so dass seither eine schnelle und effekttive Erstversorgung durch die Sanitätsgruppe an der Einsatzstelle stattfinden kann.

 

Aufgabenspektrum:

Das Aufgabenfeld der Sanitätsgruppe erstreckt sich zunächst auf die Eingensicherung der eingesetzten Taucher und des Einsatzpersonals, sofern kein Rettungswagen an der Einsatzstelle zur Verfügung steht.

Allerdings wird die Sanitätsgruppe auch in Verbindung mit den einsatztechnischen Mitteln der Freiwilligen Feuerwehr Haselünne alarmiert, um dem Rettungsdienst hilfreich zu Seite zu stehen, wenn z.B. eine Person mit der Drehleiter gerettet werden muss.

Im Falle einer Alarmierung des Notarztes des Krankenhauses Haselünne wird auch hier die Sanitätsgruppe alarmiert, sofern der Rettungswagen anderweitig gebunden ist, um die Notarzt zur Einsatzstelle zu befördern.

Zudem wird in den neuen Reanimationsleitlinien immer mehr Wert auf einen schnellen Beginn von Wiederbelebungsmaßnahmen gelegt, so dass auch hier die Sanitätsgruppe dank einer regelmäßigen Wiederbelebungsschulung in Kombination mit einer zuverlässigen Alarmierung über Funkmeldeempfänger, schnell eingesetzt werden kann, um ggf freie therapeutische Intervalle zu minimieren.

Da die Feuerwehr Haselünne über drei Feuerwehrärzte verfügt, die alle im Besitz der Weiterbildung Notfallmedizin in Verbindung mit der Qualifikation des leitenden Notarztes sind, kann auch hier im Notfall die Sanitätsgruppe alarmiert werden und den Notarzt qualifiziert unterstützen.

 

Der Rettungswagen bleibt dennoch aufgrund seiner Ausrüstung und seines sehr gut ausgebildeten Personals integraler Bestandteil eines jeden Feuerwehreinsatz.

 

Struktur:

Geleitet wird die Sanitätsgruppe von Phillip Brauer, der den administrativen Teil der Leitung übernimmt und Dr. med. Mario Konen, der für die interne fachliche Weiterbildung der Feuerwehrsanitäter verantwortlich ist.
Die Ausbildung der Sanitätsgruppe erstreckt sich über die Grundlagen der Anatomie und Physiologie des menschlichen Körpers und setzt sich über die theoretischen Hintergründe von akuten Verletzungen und Erkrankungen fort. Somit wird ein möglichst großes Spektrum an Notfallsituationen abgedeckt.
Auch die praktische Ausbildung kommt nicht zu kurz.

Die richtige Einschätzung der Unfallsituation ist ein wichtiger Bestandteil der internen Ausbildung, um adäquate "Erste Hillfe" bei Verletzungen und Erkrankungen zu leisten.

Aus diesem Grund wird das Personal der Sanitätsgruppe auch in ATLS (Advanced Traumatic Life Support) und AMLS (Advanced Medical Live Support) und ALS (Advanced Life Support) im Rahmen von Mega-Code-Übungen (erweiterte Wiederbelebung) unterwiesen. So wird sichergestellt, dass das Personal der Sanitätsgruppe die gleichen Arbeitstechniken des professionellen Rettungsdienstes in Grundzügen erlernen um eine Zusammenarbeit insbesondere im Falle eines Massenanfall von Verletzten (MANV) zu erleichtern.

Der Dienst der Sanitätsgruppe findet einmal im Monat statt. An diesem Dienstabend wird auf die praktische Ausbildung mit der feuerwehreigenen Ausrüstung besonderen Wert gelegt. Praktische Fallbeispiele, wie man sie von den Rettungsschulen kennt, bilden hier die Einleitung und den Abschluss des Dienstabends. Damit soll sichergestellt werden, dass im Notfall jeder Handgriff sitzt.
Die Sanitätsgruppe trainiert regelmäßig die Abläufe der Wiederbelebung im Rahmen des Megacode, als Basic-Life-Support (BLS) und Advanced Life Support (ALS). Dabei wird besonders Wert auf das Anreichen von medizinischen Geräten und Ausrüstungen gelegt, um ein strenges Zeitmanagement einzuhalten. Damit kann die Sanitätsgruppe bei der erweiterten Reanimation (ALS) grundlegende Arbeit leisten, um den Rettungsdienst in diesen Situationen zu unterstützen, oder aber adäquat in eigener Regie eine effektive Basisreanimation (BLS) zu gewährleisten, bis der Rettungsdienst die erweiterte Reanimation (ALS) weiterführen kann.